Kältemittel in Klimaanlagen: Mit Bosch die F-Gase-Verordnung erfüllen
Die F-Gase-Verordnung schränkt den Einsatz von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial schrittweise ein. Für Ihr Unternehmen ist die Wahl der Klimatechnik damit eine Entscheidung mit langer Wirkung: Sie bestimmt, wie lange eine Anlage wirtschaftlich betrieben und im Servicefall versorgt werden kann. Bosch setzt dafür auf zwei Kältemittel – das natürliche Kältemittel R290 für Einzelgeräte und R32 für skalierbare Multi-Split- und VRF-Systeme.
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Die EU-F-Gase-Verordnung gibt einen gestaffelten Ausstiegspfad aus Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial vor. Wer heute in Technik investiert, die kurz vor einem Stichtag steht, muss mit eingeschränkter Verfügbarkeit von Kältemittel, steigenden Servicekosten und einem früheren Austausch der Anlage rechnen.
- Der GWP-Wert: die Kennzahl für Ihre Planung
Die maßgebliche Größe zur Bewertung eines Kältemittels ist das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP). Es beschreibt als dimensionsloser Faktor, wie stark eine Substanz im Vergleich zu Kohlendioxid zur Erwärmung beiträgt; CO₂ hat definitionsgemäß den Wert 1. Zu beachten ist der Bezug: Der GWP bewertet die direkte Klimawirkung des Kältemittels, also den Anteil, der im Betrieb oder bei der Entsorgung entweicht. Für die Gesamtbilanz einer Anlage kommt der indirekte Anteil aus dem Stromverbrauch hinzu – bei effizienten Geräten mit geringer Füllmenge überwiegt dieser über die Lebensdauer deutlich. Die F-Gase-Verordnung knüpft an den GWP zwei Mechanismen: den Phase-down, der die insgesamt verfügbare Menge fluorierter Kältemittel absenkt, und produktbezogene Grenzwerte, die einzelne Gerätekategorien zu festgelegten Stichtagen vom Markt nehmen.
- Die Kältemittel-Strategie von Bosch
Für neue Einzelgeräte setzen wir auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan). Es ist kein fluoriertes Treibhausgas und fällt daher weder unter den Phase-down noch unter die GWP-Grenzwerte der F-Gase-Verordnung. Für Multi-Split- und VRF-Systeme im gewerblichen Bereich setzen wir auf R32. Es bietet in dieser Anwendung eine tragfähige Kombination aus Effizienz, sicherheitstechnischer Handhabbarkeit und Verfügbarkeit und ist als Übergangstechnologie einzuordnen.
Kältemittel im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigen Kältemittel und ihre regulatorische Einordnung:
| Kältemittel | GWP₁₀₀ | Status und Ausblick | Konsequenz für Ihr Unternehmen |
|---|---|---|---|
| R290 (Propan) | 0,02–3 je nach Bezugssystem | Nicht von der F-Gase-Verordnung erfasst | Von Phase-down und GWP-Grenzwerten nicht betroffen. Aufgrund der Entflammbarkeit gelten Anforderungen an Füllmenge und Aufstellung. |
| R32 | 675 (IPCC AR4) | Übergangslösung | Unterschreitet den früheren Grenzwert von 750, nicht aber den Wert von 150, der für einzelne Gerätekategorien in gestaffelten Stichtagen greift. |
| R410A | 2.088 (IPCC AR4) | Auslaufend | Für ortsfeste Einzelsplitanlagen mit weniger als 3 kg Füllmenge seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr in Verkehr zu bringen. Bestandsanlagen dürfen weiterbetrieben, gewartet und repariert werden; Nachfüllmengen verteuern sich durch den Phase-down. |
| R22 | 1.810 | Verboten | Kein F-Gas, sondern ein ozonabbauender Stoff nach eigener Verordnung. Seit 2015 darf R22 nicht mehr zur Wartung eingesetzt werden. Der Weiterbetrieb ist zulässig, ein Kältemittelverlust bedeutet jedoch faktisch das Ende der Anlage. |
Von der Einzellösung zur Systemarchitektur: Ihre zukunftssichere Klimalösung
Unsere Kältemittel-Strategie richtet sich nach dem Anwendungsfall. Bei Einzelgeräten liegt der Fokus auf dem natürlichen Kältemittel R290. Bei skalierbaren Systemen wie den hier gezeigten Multi-Split-Lösungen kommen die Eigenschaften von R32 zum Tragen: höhere volumetrische Kälteleistung, geringere Füllmengen als bei R410A und eine sicherheitstechnische Einstufung, die bei größeren Füllmengen und längeren Leitungsführungen weniger Einschränkungen mit sich bringt als ein Kältemittel der Klasse A3. Entdecken Sie flexible Systemlösungen für Büros, Praxen oder Ladenlokale.
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5 Jahre Garantie
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Förderfähig*
Multi-Split-Klimageräte
Climate 7000 M (Außeneinheit)
- Eine Außeneinheit kann mit bis zu 3 Inneneinheiten (Wandgerät Climate 7000iU oder Konsolengeräte) verbunden werden.
- Erhältlich in den Nennkühlleistungen von 5,3 kW und 7,9 kW.
- Energieeffizienzklasse A+++ für Kühlen und A++ für Heizen.
- Geeignet für die Kühlung und Heizung von mehreren Räumen.
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5 Jahre Garantie
Multi-Split-Klimageräte
Climate 5000 M (Außeneinheit)
- Eine Außeneinheit kann mit bis zu fünf Inneneinheiten (Wandgerät Climate 3000iU W, Kassetten-, und Konsolengeräte) verbunden werden.
- Erhältlich in den Nennkühlleistungen von 2 kW bis 12,5 kW.
- Konnektivität möglich.
- Die Climate 5000 M ist für größere Wohnungen, Einfamilienhäuser und kleine Gewerbegebäude geeignet.
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5 Jahre Garantie
Multi-Split-Klimagerät
Climate 7000iU W (wandhängende Inneneinheit)
- Geeignet zur Kombination mit Climate 7000 M Außeneinheit.
- Die Climate 7000i ist in vier Leistungsgrößen von 2,0-5,0 kW und drei verschiedenen Farben (weiß, silber und schwarz) erhältlich. Installation an der Wand.
- Luftreinigungsfunktion über Ionentechnologie, Intelligenter Bewegungssensor und Steuerung per App HomeCom Easy oder Voice Assistant Systeme.
- Luftreinigungsfunktion über Ionentechnologie, Intelligenter Bewegungssensor und Steuerung per App HomeCom Easy oder Voice Assistant Systeme.
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Neu
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5 Jahre Garantie
Multi-Split-Klimagerät
Climate 3200iU W (wandhängende Inneneinheit)
- Geeignet zur Kombination mit Climate 5000 M Außeneinheit
- Erhältlich in vier Nennkühlleistungen: von 2,0 kW bis 7,0 kW
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5 Jahre Garantie
Multi-Split-Klimagerät
Konsole (Inneneinheit)
Kompakte Innenkonsole mit attraktivem Design für Wand- oder Bodenmontage
- Geeignet zur Kombination mit Climate 7000 M oder Climate 5000 M Außeneinheit.
- Erhältlich in den Nennkühlleistungen von 2,6 kW bis 5,0 kW.
- Kompaktes Design, leiser Betrieb.
- Flexible Montage (Wand oder Boden).
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5 Jahre Garantie
Multi-Split-Klimagerät
Deckenkassette (Inneneinheit)
- Geeignet zur Kombination mit 5000 M Außeneinheit.
- Erhältlich in vier Nennkühlleistungen: von 2,0 kW bis 5,3 kW.
- Installation in der Decke.
- Durch die Verwendung eines WLAN Internet-Gateway G 10-3 und eines Gateway-Anschlusses G 10 CLC, ist dank eingebetteter MFB (Multifunktionsplatine), eine Konnektivität möglich.
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Zertifizierte Installation: Garant für Compliance und Betriebssicherheit
Arbeiten am Kältemittelkreislauf unterliegen gesetzlichen Vorgaben. Nach der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 dürfen Installation, Wartung, Instandsetzung und Außerbetriebnahme entsprechender Einrichtungen nur von zertifizierten Personen und Unternehmen durchgeführt werden. Das dient zum einen dem Umweltschutz, zum anderen der Betriebssicherheit: Eine unsachgemäß hergestellte Kältemittelverbindung führt zu Leckagen, Leistungsverlust und im ungünstigen Fall zu Verdichterschäden. Hinzu kommt die Dokumentationspflicht des Betreibers über Füllmengen, Dichtheitsprüfungen und Servicearbeiten. Die fachgerechte Installation durch einen qualifizierten Bosch Fachpartner ist zugleich Voraussetzung für die Herstellergarantie.
FAQ zu Kältemitteln
Warum ist die Wahl des Kältemittels für meine Investition entscheidend?
Warum ist die Wahl des Kältemittels für meine Investition entscheidend?
Weil die F-Gase-Verordnung den Einsatz von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial gestaffelt einschränkt und damit die Verfügbarkeit von Kältemittel und Ersatzteilen über die Lebensdauer der Anlage beeinflusst. Für gewerbliche Anwendungen kommt daneben CO₂ (R744) zum Einsatz; der transkritische Prozess arbeitet allerdings auf einem sehr hohen Druckniveau und erfordert entsprechend aufwendige Komponenten. Bosch setzt aus diesem Grund auf zwei Kältemittel:
- R290 ist kein fluoriertes Treibhausgas und daher von Phase-down und GWP-Grenzwerten der F-Gase-Verordnung nicht erfasst. Als Kältemittel der Sicherheitsklasse A3 ist es entflammbar, woraus sich Anforderungen an Füllmenge, Aufstellraum und Mindestraumgröße ergeben.
- R32 ist für viele Multi-Split- und VRF-Anwendungen derzeit die praktikabelste Lösung, unterliegt aber dem Phase-down und den künftigen GWP-Grenzwerten.
Welche Variante passt, hängt vom Anwendungsfall ab und sollte Teil der Planung sein.
Muss man bei einer modernen Anlage das Kältemittel nachfüllen?
Muss man bei einer modernen Anlage das Kältemittel nachfüllen?
Im Normalbetrieb nicht. Der Kältemittelkreislauf ist ein geschlossenes System; sinkt die Füllmenge, liegt eine Undichtigkeit vor. Diese senkt die Kälteleistung, erhöht den Stromverbrauch und kann zu Störabschaltungen führen. Nach der F-Gase-Verordnung ist eine festgestellte Leckage unverzüglich durch zertifiziertes Personal zu beheben; das Auffüllen einer undichten Anlage ohne vorherige Reparatur ist unzulässig, und nach der Reparatur ist innerhalb eines Monats nachzukontrollieren. Regelmäßiges Nachfüllen ist daher kein Wartungsvorgang, sondern ein Hinweis auf einen ungelösten Defekt.
Warum darf die Installation nur durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen?
Warum darf die Installation nur durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen?
Das ergibt sich aus der F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573, die Tätigkeiten am Kältemittelkreislauf an eine Zertifizierung von Personal und Unternehmen bindet. Erforderlich sind Fachkenntnis und Spezialwerkzeug – etwa zum Evakuieren des Kreislaufs, zum Herstellen dichter Verbindungen und zur Rückgewinnung des Kältemittels. Eine Installation durch nicht zertifizierte Personen ist unzulässig und lässt zudem die Herstellergarantie entfallen.
Bietet eine moderne Klimaanlage neben der Kühlung weitere Vorteile?
Bietet eine moderne Klimaanlage neben der Kühlung weitere Vorteile?
Ja. Reversible Klimageräte sind technisch Luft-Luft-Wärmepumpen und können den Kältekreislauf umkehren, also auch heizen. In der Übergangszeit lassen sich damit einzelne Büros oder Zonen gezielt temperieren, ohne die zentrale Heizungsanlage in Betrieb zu nehmen. Zu beachten ist, dass Raumklimageräte im Umluftbetrieb arbeiten: Sie führen keine Außenluft zu und ersetzen keine Lüftung.