Gastherme macht laute Geräusche: Ursachen und Hilfe
Gasthermen können eine Vielzahl von Geräuschen machen, aber nur wenige sind normal. Ein Großteil der lauten, komischen Geräusche wie Rattern, Pfeifen, Gluckern sowie Heulen deutet auf Probleme hin und sollte begutachtet werden. Erfahren Sie hier, was die Ursachen für diverse Geräusche an Gasthermen sind, welche häufig auftreten und wie Sie Geräusche an Ihrer Gastherme richtig lokalisieren und zuordnen.
Jetzt Installateur finden!Für Schnellleser
- Macht eine Gastherme laute, komische Geräusche, liegt meist ein Problem vor.
- Falsche Einstellungen, mechanische Defekte, Verstopfungen sowie Einbau- und Bedienungsfehler sind die häufigsten Ursachen von Geräuschen.
- Mit regelmäßiger Wartung lassen sich Geräusche oft vorbeugen.
- Geräusche lokalisieren und richtig deuten ist für die Ursachenfindung wichtig.
- Pfeifende und heulende Geräusche treten am häufigsten auf und liegen an falscher Gaseinstellung.
- Gluckert und blubbert die Gastherme, ist oftmals der Kondensatablauf verstopft.
- Pumpe, Ventile und Gebläse sind weitere Geräuschquellen.
- Macht eine Gastherme Geräusche, nachdem der Schornsteinfeger da war, wurde ein Schalter vergessen.
- Ein leises, gleichmäßiges Summen ist das normale Betriebsgeräusch.
Wann Sie sofort handeln sollten
Die meisten Geräusche sind ein Komfort- oder Wartungsthema. In zwei Fällen gilt das nicht:
- Bei Gasgeruch: Gerät ausschalten und Gaszufuhr am Absperrhahn schließen, Fenster und Türen öffnen, keine elektrischen Schalter, Klingeln oder Telefone im Raum betätigen, keine offene Flamme, Gebäude verlassen und den Notdienst des Gasversorgers von außerhalb anrufen.
- Bei Verdacht auf Abgasaustritt – etwa muffigem oder stechendem Geruch aus dem Gerätebereich, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit bei mehreren Personen im Haus: Raum lüften, verlassen und einen Fachbetrieb beauftragen. Kohlenmonoxid ist geruchlos und nicht wahrnehmbar; ein CO-Melder im Aufstellraum schafft hier Sicherheit.
Eine Gastherme macht laute, komische Geräusche: Ist das Gerät kaputt?
Wenn eine Gastherme deutlich hörbare Geräusche macht, ist in der Regel etwas nicht in Ordnung mit dem Gerät. Moderne, schalloptimierte Gasthermen arbeiten im Normalbetrieb leise; ein gleichmäßiges, leises Summen von Gebläse und Pumpe gehört dazu. Ähnliches gilt übrigens auch für andere Haustechnik – auch eine Klimaanlage, die laute Geräusche macht, deutet oft auf ein Problem hin, das überprüft werden sollte.
Macht eine Gastherme laute bis sehr laute und komische Geräusche, dann ist dies häufig auf mangelnde Wartung zurückzuführen. Mit einer korrekten Einstellung und regelmäßiger Wartung der Gastherme lassen sich Probleme am Gerät frühzeitig erkennen und beheben.
Jetzt Wartungstermin vereinbarenTypische Geräusche von Gasthermen erkennen und Ursachen ermitteln
Versuchen Sie zunächst einzugrenzen, wo das Geräusch herkommt. Macht die Gastherme selbst die Geräusche (Gerätegeräusche) oder kommen die Geräusche von Heizkörpern und Rohrleitungen (Anlagengeräusche)? Haben die Geräusche ihren Ursprung im Heizgerät, dann hören Sie diese sowohl in unmittelbarer Nähe der Gastherme als auch an der Abgasmündung, also dort, wo das Abgasrohr endet. Im Unterschied zu Gerätegeräuschen ist der Ursprung von Anlagengeräuschen deutlich schwerer zu finden, weil Geräusche nicht immer dort entstehen, wo sie zu hören sind. Heizkörper wirken oft wie eine Art Lautsprecher, und das Geräusch entsteht ursächlich ganz woanders.
Zugleich ist das Hören ein sehr subjektives Empfinden, und ähnliche Geräusche lassen sich vielfältig beschreiben. Pfeifende, rauschende oder heulende Geräusche ähnlich wie Wind sind kaum voneinander zu unterscheiden. Womöglich finden sich für letzteres Beispiel zahlreiche Ausdrücke, da dieses Geräusch bei Gasthermen am häufigsten auftritt.
Unbehagen bereiten oft Klopf- oder Pfeifgeräusche. Sind Vor- und Rücklauf richtig angeschlossen, kann das an Luft im System oder an zu geringem Anlagendruck liegen. Im ersten Fall müssen Sie die Heizung entlüften, im zweiten fehlt Wasser. Fällt der Zeiger am Manometer kurz nach dem Auffüllen erneut ab, kommen ein defektes Membranausdehnungsgefäß oder eine Undichtigkeit in Betracht. Ein Membranausdehnungsgefäß ist durch eine Membran in zwei Kammern geteilt: Auf der einen Seite steht das Heizungswasser, auf der anderen ein Gaspolster mit werkseitig eingestelltem Vordruck. Ist die Membran defekt, füllt sich das Gefäß vollständig mit Wasser. Beim Abklopfen klingt ein intaktes Gefäß im oberen Bereich hohl und unten dumpf; klingt es über die gesamte Höhe dumpf, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Darüber hinaus lassen sich laute und komische Geräusche einer Gastherme anhand ihrer Häufigkeit und Art gut auseinanderhalten. Macht die Gastherme nur kurz oder ab und zu Geräusche, oder hält das Geräusch länger an? Wonach hört sich das Geräusch an: Klingt es eher mechanisch oder durch Luft beziehungsweise Wasser verursacht? All diese Fragen helfen Ihnen, das Geräusch zu lokalisieren und einzugrenzen. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Einschätzung zu den möglichen Ursachen dieser Geräusche.
| Geräusch | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Die Gastherme pfeift oder macht heulende Geräusche. | Pfeift eine Gastherme beim Aufheizen oder bei Warmwasser-Nutzung, liegt die Ursache häufig in einer falschen Gaseinstellung am Gerät – das Gas-Luft-Verhältnis stimmt dann nicht. Daneben kommen ein verschmutzter Brenner oder Verengungen im Gasweg infrage. Ein falsches Gas-Luft-Verhältnis kann außerdem zu einer harten Zündung führen, die sich in einem kurzen, harten Knallen äußert. Neben Pfeifen und Knallen entstehen dabei auch heulende Geräusche, ähnlich wie ein Nebelhorn. Die Geräusche treten meist nur kurz auf, und die Gastherme läuft im Normalbetrieb weiter. Auf Dauer kann jedoch der Brenner Schaden nehmen – lassen Sie die Einstellung daher zeitnah prüfen. |
| Der Heizkörper einer Gastherme macht Pfeifgeräusche. | Wenn Pfeifgeräusche an einem Heizkörper zu hören sind, ist meist die Förderhöhe der Umwälzpumpe zu hoch eingestellt. Der Differenzdruck über dem Thermostatventil wird dann zu groß, und das Ventil beginnt zu pfeifen. Abhilfe schaffen ein hydraulischer Abgleich und eine niedriger eingestellte Pumpenkennlinie. Nicht zu verwechseln ist die Pumpeneinstellung mit dem Anlagendruck am Manometer – der bleibt unverändert. |
| Die Gastherme macht Geräusche wie eine Säge. | Macht eine Gastherme ein rasselndes Geräusch, ähnlich wie eine Säge, dann liegt die Ursache häufig im Gebläse, das einen Lagerschaden entwickelt hat. Das Geräusch macht sich erst leise bemerkbar und wird mit der Zeit immer lauter. Lagerschäden im Gebläse treten überwiegend bei Geräten mit hohem Betriebsalter auf. |
| Die Gastherme klackert. | Macht eine Gastherme kurz Geräusche, wenn Wasser läuft, dann kann es sein, dass Pumpe und Umschaltventil nicht richtig zusammenarbeiten. Läuft die Pumpe beim Umschalten zwischen Heiz- und Warmwasserbetrieb weiter, während das Ventil umsteuert, entsteht ein schlagendes Geräusch. |
| Die Gastherme rattert und macht bei fließendem Wasser Geräusche. | Sollte eine Gastherme beim Duschen oder länger geöffnetem Wasserhahn dauernd rattern, ist häufig das Rückschlagventil in der Kaltwasserleitung zum Speicher nicht in Ordnung. Ebenfalls in Betracht kommen Druckschwankungen im Trinkwassernetz oder ein zugesetzter Durchflussbegrenzer. |
| Die Heizkörper einer Gastherme knacken und knistern. | Wenn einzelne Knackgeräusche an Heizkörpern zu hören sind, dann lösen sich häufig Spannungen im Rohrsystem. Diese können entstehen, wenn Heizungsrohre bei Decken- und Wanddurchführungen nicht richtig verlegt wurden. Fließt heißes Wasser durch die Anlage, dehnt sich das Material leicht aus. Entstehen hierbei Spannungen, lösen sich diese mitunter ruckartig, und es entsteht der Eindruck, die Gastherme mache knackende Geräusche. |
| Die Gastherme gluckert und blubbert. | Entwickelt eine Gastherme Geräusche, die an Wasser erinnern, ist häufig der Kondensatablauf verstopft. Das anfallende Kondenswasser der Brennwerttechnik kann nicht richtig abfließen und staut sich in Kondensatwanne und Siphon. Das Gebläse arbeitet dann gegen das Wasser an, und es entstehen Geräusche wie Gluckern, Blubbern und Rauschen, die sich über den Abgasweg übertragen. Diesen Fall sollten Sie zeitnah beheben lassen: Ein verstopfter oder leergelaufener Siphon kann dazu führen, dass Abgas über den Kondensatablauf in den Aufstellraum gelangt. |
| Die Gastherme blubbert, klappert und produziert Dampfschläge. | Bei dieser Kombination hat die Gastherme zu wenig Wasserdruck und wurde nicht richtig entlüftet. Das kann vorkommen, wenn selbst Wasser nachgefüllt wurde und sich noch Luft im Wärmeübertrager befindet. Dampfschläge entstehen, wenn Wasser an heißen Flächen örtlich verdampft – schalten Sie das Gerät in diesem Fall ab und lassen Sie die Anlage fachgerecht befüllen und entlüften. |
| Die Gastherme piept. | Je nach Hersteller äußert sich ein Piepen in unterschiedlichen Abständen und Frequenzen. Wenn die Gastherme piept, geht das Gerät in der Regel auf Störung. Am Display finden Sie den zugehörigen Fehlercode. |
| Die Gastherme klopft. | Klopft eine Gastherme zweimal kurz hintereinander, dann öffnen oder schließen die Sicherheitsventile der Gasarmatur. Doppeltes Klopfen beim Anlauf und beim Abschalten ist ein normales Geräusch. |
| Die Gastherme summt oder macht kaum Geräusche. | Wenn eine Gastherme gleichmäßig summt oder nahezu keine Geräusche macht, arbeitet das Gerät bestimmungsgemäß. Leises Summen ist das normale Betriebsgeräusch einer Gastherme, hervorgerufen von Gebläse und Pumpe. |
Der korrekte Wasserdruck ist ein wichtiger Faktor für die Funktion einer Warmwasserheizung. Wie Sie die Heizung selbst befüllen können und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Heizungs-Wasser nachfüllen.
FAQ zum Thema „Gastherme macht laute Geräusche"
Die Gastherme macht komische Geräusche, seitdem der Schornsteinfeger da war. Woran kann das liegen?
Die Gastherme macht komische Geräusche, seitdem der Schornsteinfeger da war. Woran kann das liegen?
Ältere Gasthermen haben mitunter noch einen mechanischen Schalter für die sogenannte Schornsteinfegerstellung. Das ist eine Art Prüfmodus, bei dem das Gerät mit voreingestellter Leistung bis zur Maximaltemperatur arbeitet. Vergisst der Schornsteinfeger, diesen Schalter wieder zurückzustellen, macht die Gastherme jene komischen Geräusche. Mit modernen Gasbrennwertthermen kann das nicht mehr passieren: Elektronisch geregelt, wechselt die Gastherme für wenige Minuten in diesen Modus und stellt sich anschließend automatisch zurück.
Wie laut darf eine Gastherme sein?
Wie laut darf eine Gastherme sein?
Bosch gibt für seine wandhängenden Gas-Brennwertgeräte den Schallleistungspegel in Innenräumen an. Er liegt je nach Modell und Leistungsklasse etwa zwischen 42 und 55 dB(A); Geräte für Mehrfamilienhäuser mit deutlich höherer Leistung liegen darüber.
Zu beachten ist der Unterschied zweier Größen: Die Schallleistung beschreibt, wie viel Schall das Gerät insgesamt abstrahlt – sie ist eine Geräteeigenschaft und unabhängig vom Abstand. Der Schalldruck beschreibt, was in einem bestimmten Abstand tatsächlich am Ohr ankommt, und liegt entsprechend niedriger. Herstellerangaben verschiedener Geräte sind daher nur vergleichbar, wenn sie sich auf dieselbe Größe beziehen.
Wie ein Gerät im Wohnraum wahrgenommen wird, hängt zusätzlich vom Aufstellort ab: Ein Gerät im Keller ist unkritisch, eines im Bad oder in der Wohnung stellt höhere Anforderungen. Für haustechnische Anlagen in schutzbedürftigen Aufenthaltsräumen gelten die Anforderungen der DIN 4109 zum Schallschutz im Hochbau, die deutlich unterhalb der genannten Werte liegen – maßgeblich sind dabei die Räume, die geschützt werden sollen, nicht der Aufstellraum selbst. Eine Rolle spielen außerdem die körperschallentkoppelte Befestigung und die Anbindung der Rohrleitungen.
Sind Geräusche einer Gastherme gefährlich?
Sind Geräusche einer Gastherme gefährlich?
Die meisten Geräusche einer Gastherme haben keine gravierenden Defekte zur Ursache und sind eher ein Hinweis auf fällige Wartung oder eine nachzujustierende Einstellung. Unmittelbaren Handlungsbedarf gibt es in zwei Fällen: bei Gasgeruch und bei Verdacht auf Abgasaustritt. Wie Sie sich dann verhalten, steht weiter oben unter „Wann Sie sofort handeln sollten".
Ansonsten gilt: Wenn Sie ein Geräusch beunruhigt oder es sich über Tage verstärkt, lassen Sie es zeitnah von einem Heizungsinstallateur prüfen. Geräusche, die sich langsam aufbauen, deuten häufig auf Verschleiß hin – und der lässt sich günstiger beheben, bevor ein Bauteil ausfällt.