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Das Abgasrohr: Unverzichtbar für Gastherme und Gasheizung

Eine Frau spicht mit einem Installateur über Abgasrohre für Gasthermen

Gasthermen und Gasheizungen brauchen eine Abgasleitung. Dieser Punkt ist offensichtlich, denn Gas wird verbrannt und die Abgase müssen abgeführt werden. Auf den zweiten Blick ergeben sich diverse Fragestellungen für die passende Abgasführung, die wir nachfolgend beantworten wollen. Erfahren Sie hier, welche zentrale Rolle ein geeignetes Abgasrohr für eine Gasbrennwertheizung spielt, wie Sie erkennen können, ob die Brennwerttechnik richtig arbeitet, und wie Abgasleitungen am besten verlegt werden. Darüber hinaus zeigen wir Ihnen, welche Umbauarbeiten an alten Schornsteinen entstehen, was dabei häufig falsch gemacht wird und was zu tun ist, wenn das Abgasrohr undicht ist oder gemeinsam mit der Gasheizung laute Geräusche macht.

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Ein neues Abgasrohr ist Voraussetzung für eine Gasbrennwertheizung

Mit Hilfe der Brennwerttechnik nutzen Gasheizungen den Brennstoff besser aus als ältere Heizwertgeräte: Sie kühlen das Abgas so weit ab, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert, und gewinnen die dabei frei werdende Wärme zurück. Das senkt den Gasverbrauch, die Heizkosten und – über die geringere Brennstoffmenge – auch die CO₂-Emissionen sowie die Belastung durch den CO₂-Preis auf Brennstoffe. Damit das funktioniert, sind Gasbrennwertthermen und Gasbrennwertkessel auf eine geeignete Abgasführung angewiesen.

Der Abgasführung kommen dabei zwei Hauptaufgaben zu. Neben der Abführung der Verbrennungsgase sorgt das Abgasrohr für einen Schutz vor Durchfeuchtung des Mauerwerks im Schornstein. Aber wie entsteht hier Feuchtigkeit? Beim Abkühlen des Abgases entsteht Kondensat. Dieses bildet sich hauptsächlich im Inneren der Gastherme, am Wärmeübertrager, aber zusätzlich auch auf dem weiteren Weg durch den Schornstein. Deshalb wird auf der gesamten Länge ein kondensatbeständiges Abgasrohr eingezogen. Die anfallende Kondensatmenge hängt von Gasverbrauch und Betriebsweise ab und bewegt sich in einem Einfamilienhaus während der Heizperiode in der Größenordnung mehrerer Liter pro Tag. Sie wird über einen Kondensatablauf mit Anschluss an das Abwassernetz entsorgt.

Durch die Kondensation sind die Abgase einer Gasbrennwertheizung deutlich kälter als bei alten Gasthermen und Gasheizungen. Betrug die Abgastemperatur früher noch bis zu 160 °C, wofür ein gemauerter Schornstein ausreichte, liegt sie im Brennwertbetrieb heute bei rund 40 °C. Die Abgastemperatur zu erreichen ist dabei ein sensibler Punkt, denn sie ist für das Funktionieren der Brennwerttechnik entscheidend.

Maßgeblich dafür ist ein möglichst kühler Heizungsrücklauf in Verbindung mit einer passend eingestellten Heizungsregelung. Ist der Rücklauf zu warm, lässt sich das Abgas nicht weit genug herunterkühlen – die Abgastemperatur bleibt oberhalb des Taupunkts von etwa 57 °C, und das Abgas kondensiert erst auf dem Weg durch die Abgasleitung, wo die frei werdende Wärme für den Brennwerteffekt nicht mehr nutzbar ist.

Ein verbreitetes Missverständnis: Sichtbare Schwaden an der Mündung bedeuten nicht, dass etwas nicht stimmt. Im Gegenteil – sie sind ein typisches Merkmal des Brennwertbetriebs. Das Abgas verlässt das Gerät kühl und mit Wasserdampf gesättigt und kondensiert beim Austritt in die kalte Außenluft sichtbar aus. Bei einem alten Heizwertgerät mit hoher Abgastemperatur sieht man dagegen nichts, weil der Dampf sich erst weit von der Mündung entfernt niederschlägt. Ob Ihre Anlage die Brennwerttechnik tatsächlich ausschöpft, lässt sich an der Rücklauftemperatur und am Kondensatanfall beurteilen – das prüft Ihr Fachbetrieb im Rahmen der Wartung.

Wie die Regelung einer Heizung grundsätzlich funktioniert und wodurch sich die Rücklauftemperatur senken lässt, erfahren Sie auf unserer Ratgeberseite zur Heizungsregelung.

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Typische Abgasführung im Einfamilienhaus

Generell ist eine Innenführung oder Außenführung der Abgasanlage möglich. Aus Sicht des Schornsteinfegers, der für die Abnahme des Abgassystems verantwortlich ist, ist die bevorzugte Lösung zunächst immer eine Innenführung des Abgasrohres mit Abführung der Abgase über das Dach. Das Abgasrohr durch die Außenwand und außen an der Fassade entlangzuführen kommt im Einfamilienhaus nur dann infrage, wenn es keine Möglichkeit für eine Dachdurchführung gibt – etwa bei der nachträglichen Installation einer Gastherme. Auch aus optischen Gründen ist die Fassadenführung zweite Wahl, und sie wird nicht immer genehmigt, da Abstände zu Fenstern und Nachbargrundstücken einzuhalten sind.

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Sollte eine alte Gastherme oder Gasheizung samt Schornstein vorhanden sein, wird immer geprüft, ob sich der alte Schornstein für die neue Gasbrennwertheizung nutzen lässt. Je älter die Geräte sind, desto weniger wurde bislang am Schornstein modernisiert. So sind in Einfamilienhäusern häufig noch einfache, gemauerte Schornsteine anzutreffen – überwiegend dort, wo die Gasheizung bis Mitte oder Ende der Neunzigerjahre eingebaut wurde. Bei jüngeren Geräten wurde häufig schon ein Abgasrohr aus Edelstahl in den Schornstein eingezogen, das sich weiterverwenden lässt.

Welche Vorschriften gelten? Anforderungen an Abgasanlagen – insbesondere an Mündungshöhen über Dach und an Abstände zu Fenstern, Türen und Nachbargrundstücken – ergeben sich aus den Feuerungsverordnungen der Länder. Sie unterscheiden sich damit je nach Bundesland. Ergänzend sind die technischen Regeln für Abgasanlagen nach DIN V 18160 sowie die rechnerische Auslegung nach DIN EN 13384 maßgeblich. Die Technischen Regeln für Gasinstallationen (DVGW-Arbeitsblatt G 600, kurz TRGI) regeln dagegen die Gasleitungsanlage bis zum Gerät. Welche Anforderungen bei Ihnen konkret gelten, klärt Ihr Fachbetrieb gemeinsam mit dem zuständigen Schornsteinfeger.

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Ein neues Abgasrohr für eine Gastherme einbauen: Worauf ist zu achten?

Bauvorhaben Worauf ist zu achten?
Den Schornstein einer alten Gasheizung oder Gastherme mit einem Abgasrohr erneuern. Wurde bereits ein Abgasrohr aus Edelstahl eingebaut, lässt sich dieses häufig nutzen und das zusätzliche Abgasrohr aus Kunststoff einziehen. Mitunter wird das vorhandene Abgasrohr aus Edelstahl entfernt, weil die Dimensionierung beider Rohre vermeintlich nicht zusammenpasst.

Die Demontage beruht oftmals auf einer Fehleinschätzung und verursacht unnötige Arbeit und Kosten. Achten Sie darauf, dass Heizgerät und Abgasanlage als geprüftes System zusammenpassen: Wärmeerzeuger werden gemeinsam mit der zugehörigen Abgasführung geprüft und zertifiziert.

Wird eine Abgasleitung eines anderen Herstellers verwendet, ist deren Eignung für das konkrete Gerät gesondert nachzuweisen.
In den Schornstein einer alten Öl- oder Holzheizung ein neues Abgasrohr einbauen. In den Schornstein einer alten Öl- oder Holzheizung ein neues Abgasrohr einbauen. Im Schornstein sind häufig noch Ruß- und Schwefelrückstände vorhanden. Wird die Verbrennungsluft über den Ringspalt angesaugt, gelangen diese Rückstände ins Gerät. In Verbindung mit dem sauren Kondensat kann sich daraus Schwefelsäure bilden, die den Wärmeübertrager angreift. Der Schacht muss daher rückstandsfrei gereinigt werden; alternativ kommen getrennte Führungen für Abgas und Verbrennungsluft zum Einsatz.

Ist der alte Schornstein leicht versetzt oder verzogen, gleichen flexible Abgasleitungen den Versatz aus.
Eine Gastherme beziehungsweise Gasheizung mit einem Kaminofen kombinieren. Der Kaminofen benötigt in aller Regel ein eigenes, zweites Abgasrohr. Ob eine gemeinsame Nutzung eines Schachts in Betracht kommt, beurteilt der Schornsteinfeger.
Erstmals oder nachträglich eine Gastherme oder Gasheizung einschließlich neuem Abgasrohr einbauen. In Häusern ohne Schornstein hängt die Planung des Abgasrohres primär davon ab, wo die Gastherme aufgestellt werden kann. Zu klären ist, wie das Abgasrohr aus dem vorgesehenen Raum nach außen geführt werden kann und ob darüberliegende Etagen und Räume eine Durchführung zulassen.

Dachheizzentralen können eine Option sein, sofern sich dort auch ein Warmwasserspeicher aufstellen lässt.

Abgasrohre für Gasheizungen im Vergleich: Welches Material und welche Maße verwenden?

  • Aluminium: Abgasrohre aus Aluminium wurden bis in die Neunzigerjahre verbaut. Heute gilt Aluminium als veraltet und wird nicht mehr verwendet, da es nicht dauerhaft kondensatbeständig ist.
  • Edelstahl: Edelstahl hat Aluminium als Material für Abgasrohre abgelöst. Es wird sowohl für die Innen- als auch für die Außenführung verwendet, ist kondensatbeständig und mechanisch robust, aber deutlich teurer als Kunststoff.
  • Kunststoff: Kunststoff ist heute das bevorzugte Material für die Abgasführung bei Gasbrennwertheizungen. Er ist kondensatbeständig, aber nicht UV-beständig – bei einer Dachdurchführung besteht das Endstück deshalb aus Edelstahl.
  • Durchmesser: Früher waren 80 mm Durchmesser für Abgasrohre einer Gasheizung im Einfamilienhaus üblich, heute sind es häufig 60 mm. Die Ausführung erfolgt doppelwandig als Rohr-in-Rohr-System: Innen wird das Abgas nach außen abgeführt, im Ringspalt wird die Verbrennungsluft nach innen angesaugt. Gebräuchliche Kombinationen sind 60/100 mm und 80/125 mm.
  • Länge: Abgasrohre sind in ihrer maximalen Länge begrenzt. Wie lang eine Leitung ausfallen darf, hängt davon ab, wie die Teilstücke verlegt werden – also wie viele Abschnitte waagerecht, senkrecht oder als Bogen ausgeführt sind, da jeder Bogen zusätzlichen Widerstand erzeugt. Ein Abgaskonfigurator hilft bei der Einschätzung, ob eine Verlängerung möglich ist.

Unser Tipp: Wollen Sie ein neues Abgasrohr für eine Gastherme oder Gasheizung kaufen, dann lassen Sie sich zu einer Systemlösung aus Gerät und Abgasführung beraten.

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FAQ zu Abgasrohren für Gasthermen und Gasheizungen

Muss das Abgasrohr gereinigt werden?

Im Zuge der jährlichen Wartung einer Gastherme prüft der Heizungsinstallateur, ob sich Ablagerungen im Abgasrohr gebildet haben oder ob die Abgasführung durch Fremdkörper verstopft ist. Reinigungsöffnungen nach jeder Biegung ermöglichen die Inspektion. Das Reinigen des Abgasrohres ist nicht Aufgabe des Schornsteinfegers

Kann ein Abgasrohr undicht werden?

Ja. Undichtigkeiten treten vor allem bei älteren Abgasrohren aus Aluminium auf, da weder das Material noch die verwendeten Dichtungen dauerhaft kondensatbeständig sind. Auch ein Kunststoffrohr kann undicht werden, weil das Material unter Wärmeeinwirkung arbeitet. Selbst prüfen und abdichten lässt sich ein Abgasrohr nicht. Feststellen lässt sich eine Undichtigkeit über eine Messung des Sauerstoffgehalts: Ist der Sauerstoffgehalt der angesaugten Verbrennungsluft zu gering, gelangt Abgas in den Luftweg – ein Hinweis auf ein Leck.

Das Abgasrohr der Gastherme macht laute Geräusche – was ist das Problem?

Wenn im Abgasweg Wasser blubbert, ist in der Regel der Siphon unter dem Wärmeübertrager verstopft und das Kondensat kann nicht abfließen. Ursachen sind Ablagerungen, in Einzelfällen auch von außen eingedrungene Fremdkörper. In diesem Fall sollten Kondensatablauf und Siphon zeitnah kontrolliert und gereinigt werden – ein verstopfter oder leergelaufener Siphon kann dazu führen, dass Abgas in den Aufstellraum gelangt.

Was kostet ein neues Abgasrohr für eine Gastherme?

Das hängt von der baulichen Situation ab. In die Kosten gehen ein:

  • Material – Kunststoff ist deutlich günstiger als Edelstahl, flexible Leitungen sind teurer als starre
  • Länge und Verlauf – die Zahl der Etagen sowie waagerechte Abschnitte und Bögen
  • Zustand des vorhandenen Schornsteins – ob ein vorhandenes Rohr weiterverwendet werden kann oder der Schacht gereinigt beziehungsweise saniert werden muss
  • Zugänglichkeit – ob für Arbeiten am Dach ein Gerüst erforderlich ist
  • Abnahme durch den Schornsteinfeger

Für ein Kunststoffrohr allein bewegen sich die Materialkosten in einem überschaubaren Rahmen; die Sanierung eines mehrgeschossigen Schornsteins mit Einzug einer neuen Leitung liegt deutlich darüber. Ein belastbarer Preis ergibt sich erst nach Prüfung vor Ort.

Was bedeutet Abgasverlust?

Der Abgasverlust ist ein Maß für den Wärmeinhalt der über den Schornstein abgeführten Abgase. Je höher er ausfällt, desto geringer ist der Nutzungsgrad der Anlage – ein größerer Teil der eingesetzten Energie verlässt das Gebäude ungenutzt. Entsprechend steigen Brennstoffverbrauch, Heizkosten und die damit verbundenen CO₂-Emissionen. Aus diesem Grund ist der zulässige Abgasverlust von Heizungsanlagen in der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) begrenzt. Die Einhaltung der Grenzwerte prüfen die Schornsteinfeger durch wiederkehrende Messungen.

Wie viel Energie geht als Abgas verloren?

Der Abgasverlust wird als Prozentwert der eingesetzten Brennstoffenergie angegeben. Die verlorene Energiemenge ergibt sich, indem dieser Anteil auf den Jahresbrennstoffverbrauch bezogen wird.

Beispiel: Bei einem Abgasverlust von 10 Prozent und einem Jahresverbrauch von 3.000 m³ Gas entspricht das rechnerisch 300 m³ Gas, die ungenutzt über den Schornstein entweichen.

Was sind Ursachen für zu hohe Abgasverluste?

  • Verschmutzter Brenner oder falsche Brennereinstellung
  • Verschmutzte Wärmeübertragerflächen, etwa im Heizkessel
  • Veraltete Anlagentechnik ohne Brennwertnutzung

Den konkreten Abgasverlust Ihrer Heizung stellt der Schornsteinfeger bei der wiederkehrenden Messung fest; der Messbericht gibt darüber Auskunft. Wird ein Grenzwert überschritten, ist die Ursache zu beheben – etwa durch Reinigung, Neueinstellung des Brenners oder, bei älteren Anlagen, durch Erneuerung des Wärmeerzeugers. Über das weitere Vorgehen und mögliche Fristen entscheidet die zuständige Behörde.

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