Stromkosten und Verbrauch einer Infrarotheizung
Heizen mit Strom gilt als teuer. Wie viel Strom eine Infrarotheizung tatsächlich verbraucht, hängt von Leistung, Betriebsdauer und Gebäude ab. Wir zeigen, wie Sie den Verbrauch für Ihren Fall berechnen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wo die Grenzen der Wirtschaftlichkeit liegen.
Sind Infrarotheizungen Stromfresser?
Infrarotheizungen sind Elektroheizungen und setzen Strom unmittelbar in Wärme um: Aus einer Kilowattstunde Strom wird eine Kilowattstunde Wärme. Das gilt für alle Elektrodirektheizungen gleichermaßen – Infrarotpaneele, Konvektoren, Radiatoren und Heizlüfter unterscheiden sich darin nicht.
Der Unterschied liegt nicht in der Umwandlung, sondern in der Wirkung. Konvektionsheizungen erwärmen die Raumluft, die die Wärme anschließend weitergibt. Eine Infrarotheizung erwärmt über Strahlung unmittelbar die Personen und Oberflächen im Raum. Weil Strahlungswärme bei gleicher Lufttemperatur als wärmer empfunden wird, lässt sich die eingestellte Lufttemperatur um ein bis zwei Grad niedriger ansetzen – und daraus ergibt sich bei gezielter Nutzung ein geringerer Verbrauch als bei einer luftbeheizten Lösung im selben Raum.
Entscheidend für die Kosten ist damit die Betriebsdauer, nicht die Bauart. Bei passender Auslegung und Thermostatsteuerung heizt ein Paneel nicht durchgehend, sondern in Intervallen: Ist die Solltemperatur erreicht, schaltet der Regler ab und erst bei Unterschreiten wieder ein. Voraussetzung dafür ist ein Thermostat – ohne Regelung läuft das Gerät bis zum manuellen Abschalten durch.
Einordnend gilt: Als Hauptheizung im Dauerbetrieb verursacht eine Infrarotheizung hohe Betriebskosten, weil Strom je Kilowattstunde ein Vielfaches von Gas oder Fernwärme kostet. Sinnvoll ist der Einsatz als Zusatzheizung für einzelne Räume, für Übergangszeiten und für Bereiche ohne Anschluss an die zentrale Heizung. Mehr dazu unter Infrarotheizung: Vor- und Nachteile.
Der Dämmstandard wirkt sich unmittelbar aus: In einem schlecht gedämmten Altbau muss die Heizung häufiger und länger nachheizen als in einem gut gedämmten Gebäude – der Verbrauch steigt entsprechend.
Stromverbrauch der Infrarotheizung – alle Faktoren
- Heizleistung des Geräts
- Betriebsdauer und Nutzungshäufigkeit
- Einstellung von Thermostat und Zeitprogramm
- Dämmstandard des Gebäudes
- Anzahl der Außenwände, Beschaffenheit der Fenster
- Raumgröße und Deckenhöhe
- Positionierung im Raum
- Gewünschte Raumtemperatur
- Aktueller Strompreis
Welche Leistung ist erforderlich? Maßgeblich ist der Wärmebedarf des Raums, die sogenannte Heizlast. Als grober Anhaltswert gelten in gut gedämmten Gebäuden etwa 40 Watt je Quadratmeter; in Altbauten liegt der Bedarf deutlich darüber. Für einen 20 Quadratmeter großen Raum ergibt das je nach Dämmstandard 800 Watt und mehr. Deckenhöhe, Fensterflächen und die Zahl der Außenwände wirken sich zusätzlich aus, weshalb die Faustformel keine Berechnung ersetzt.
Stromverbrauch berechnen für eine Infrarotheizung
Grundlage sind die Leistung des Geräts und die tatsächliche Betriebsdauer.
- Leistung in Watt ÷ 1.000 = Leistung in Kilowatt
- Leistung in Kilowatt × Betriebsstunden = Verbrauch in Kilowattstunden
Wichtig für die Interpretation: In den folgenden Beispielen wird die volle Stundenzahl angesetzt, also durchgehender Betrieb. In der Praxis schaltet ein thermostatgesteuertes Paneel ab, sobald die Solltemperatur erreicht ist. Die tatsächlichen Werte liegen deshalb unter den berechneten – wie weit darunter, hängt von Dämmung, Raumtemperatur und Regelung ab. Die Zahlen sind damit als Obergrenze zu verstehen.
Verbrauch pro Stunde berechnen
Um einen Raum eine Stunde lang zu beheizen, verbraucht ein Paneel mit 700 Watt 0,7 Kilowattstunden Strom. Ein Gerät mit 1.000 Watt benötigt in derselben Zeit 1 Kilowattstunde.
Infrarotheizung 700 Watt
- 700 Watt ÷ 1.000 = 0,7 kW
- 0,7 kW × 1 h = 0,7 kWh
Infrarotheizung 1.000 Watt
- 1.000 Watt ÷ 1.000 = 1 kW
- 1 kW × 1 h = 1 kWh
Verbrauch pro Tag berechnen
Angenommen, die Infrarotheizung läuft täglich fünf Stunden. Dann verbraucht das 700-Watt-Paneel 3,5 Kilowattstunden am Tag, das 1.000-Watt-Gerät 5 Kilowattstunden.
Infrarotheizung 700 Watt
- 0,7 kW × 5 h = 3,5 kWh pro Tag
Infrarotheizung 1.000 Watt
- 1 kW × 5 h = 5 kWh pro Tag
Verbrauch pro Jahr berechnen
In diesem Beispiel läuft die Heizung täglich fünf Stunden an 200 Tagen der Heizperiode. Daraus ergeben sich 700 Kilowattstunden im Jahr für das 700-Watt-Paneel und 1.000 Kilowattstunden für das 1.000-Watt-Gerät.
Infrarotheizung 700 Watt
- 3,5 kWh × 200 Tage = 700 kWh pro Jahr
Infrarotheizung 1.000 Watt
- 5 kWh × 200 Tage = 1.000 kWh pro Jahr
Weil sich Heizlast und tatsächliche Betriebsdauer von Gebäude zu Gebäude unterscheiden, lässt sich der Verbrauch überschlägig nur annähern. Ein Energieberater ermittelt ihn anhand der konkreten Gegebenheiten und prüft dabei auch, ob Leistung und Positionierung zum Raum passen.
Stromkosten einer Infrarotheizung berechnen
Da Infrarotwärme vollständig aus Strom erzeugt wird, entsprechen die Heizkosten den Stromkosten. Für die folgenden Beispiele rechnen wir mit 37 Cent je Kilowattstunde.
Grundlage: BDEW-Strompreisanalyse, Stand August 2026, für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch einschließlich Steuern, Abgaben und Netzentgelten. Ihr tatsächlicher Preis hängt vom Tarif ab und kann deutlich darunter oder darüber liegen.
- Leistung in Kilowatt × Betriebsstunden × Strompreis = Stromkosten
Infrarotheizung 700 Watt – Kosten pro Stunde
- 0,7 kW × 1 h = 0,7 kWh
- 0,7 kWh × 0,37 € = 0,26 €
Infrarotheizung 700 Watt – Kosten pro Monat
- 0,7 kW × 5 h = 3,5 kWh
- 3,5 kWh × 30 Tage = 105 kWh
- 105 kWh × 0,37 € = 38,85 €
Infrarotheizung 700 Watt – Kosten pro Jahr
- 3,5 kWh × 200 Tage = 700 kWh
- 700 kWh × 0,37 € = 259,00 €
Infrarotheizung 1.000 Watt – Kosten pro Stunde
- 1 kW × 1 h = 1 kWh
- 1 kWh × 0,37 € = 0,37 €
Infrarotheizung 1.000 Watt – Kosten pro Monat
- 1 kW × 5 h = 5 kWh
- 5 kWh × 30 Tage = 150 kWh
- 150 kWh × 0,37 € = 55,50 €
Infrarotheizung 1.000 Watt – Kosten pro Jahr
- 5 kWh × 200 Tage = 1.000 kWh
- 1.000 kWh × 0,37 € = 370,00 €
Übersicht: Verbrauch und Kosten nach Leistungsklasse
Zum Vergleich: Wird ein Paneel mit 700 Watt fünf Stunden täglich als Zusatzheizung im Homeoffice oder als Infrarotheizung im Bad genutzt, entstehen rund 39 Euro Stromkosten im Monat. Bei einem 1.000-Watt-Gerät sind es unter denselben Bedingungen rund 56 Euro.
Zum Heizstromtarif: Vergünstigte Tarife für Wärmestrom setzen einen separaten Zähler und die Zustimmung des Netzbetreibers voraus; ob sie für Elektrodirektheizungen angeboten werden, ist regional unterschiedlich. Infrarotpaneele werden deshalb überwiegend mit dem üblichen Haushaltsstrom betrieben. Zu beachten ist außerdem: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung fallen unter § 14a EnWG und erhalten dafür reduzierte Netzentgelte – einzelne Infrarotpaneele liegen unterhalb dieser Schwelle.
Beispielrechnung für ein Infrarotpaneel bei 5 Stunden Betrieb täglich, 30 Tagen im Monat beziehungsweise 200 Tagen in der Heizperiode und einem Strompreis von 37 Cent je Kilowattstunde. Bei thermostatgesteuertem Betrieb liegen die tatsächlichen Werte darunter.
| Leistung | Kosten je Stunde | Verbrauch je Monat | Kosten je Monat | Verbrauch je Jahr | Kosten je Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 300 Watt | 0,11 € | 45 kWh | 16,65 € | 300 kWh | 111,00 € |
| 500 Watt | 0,19 € | 75 kWh | 27,75 € | 500 kWh | 185,00 € |
| 700 Watt | 0,26 € | 105 kWh | 38,85 € | 700 kWh | 259,00 € |
| 1.000 Watt | 0,37 € | 150 kWh | 55,50 € | 1.000 kWh | 370,00 € |
FAQ zum Verbrauch von Infrarotheizungen
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Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung im Jahr?
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung im Jahr?
Das hängt von Leistung und Betriebsdauer ab. Ein Beispiel: Ein 700-Watt-Paneel, das täglich 8 Stunden an 180 Tagen im Jahr läuft, kommt rechnerisch auf 1.008 Kilowattstunden. Bei 37 Cent je Kilowattstunde entspricht das etwa 373 Euro. Bei thermostatgesteuertem Betrieb liegt der tatsächliche Wert darunter, weil das Gerät nicht durchgehend heizt.
Sind Infrarotheizungen für den Dauerbetrieb geeignet?
Sind Infrarotheizungen für den Dauerbetrieb geeignet?
Technisch ja, wirtschaftlich in der Regel nicht. Da Strom je Kilowattstunde deutlich teurer ist als Gas oder Fernwärme, summieren sich die Kosten im Dauerbetrieb erheblich. Sinnvoll ist der Einsatz als Zusatzheizung für zeitlich begrenzten, bedarfsgerechten Betrieb.
Was verbraucht mehr Strom: Heizlüfter oder Infrarotheizung?
Was verbraucht mehr Strom: Heizlüfter oder Infrarotheizung?
Bei gleicher Leistung und gleicher Betriebsdauer verbrauchen beide dasselbe – beide setzen Strom eins zu eins in Wärme um. Unterschiede entstehen über die Betriebsweise: Ein Heizlüfter erwärmt die Raumluft, die schnell wieder abkühlt, während die von einem Infrarotpaneel erwärmten Oberflächen die Wärme speichern und länger abgeben. In Verbindung mit einem Thermostat ergeben sich daraus kürzere Laufzeiten.
Was verbraucht mehr Strom: Wärmepumpe oder Infrarotheizung?
Was verbraucht mehr Strom: Wärmepumpe oder Infrarotheizung?
Die Infrarotheizung. Sie benötigt eine Kilowattstunde Strom für eine Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltwärme und erzeugt aus derselben Strommenge je nach Betriebsbedingungen das Drei- bis Fünffache an Wärme. Wie sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe zusammensetzt, erklären wir gesondert.
Ist eine Infrarotheizung billiger als Gas?
Ist eine Infrarotheizung billiger als Gas?
Beide geben Wärmestrahlung ab, unterscheiden sich aber in Wellenlänge und Einsatzzweck. Heizstrahler arbeiten mit kurzwelliger Strahlung, erreichen sehr hohe Oberflächentemperaturen und sind an ihrem sichtbaren Rotlicht erkennbar; sie erzeugen punktuelle Sofortwärme und werden überwiegend im Außenbereich eingesetzt. Infrarotheizungen arbeiten mit langwelliger Strahlung im nicht sichtbaren Bereich, erwärmen Flächen und werden über ein Thermostat geregelt.
Was ist der Unterschied zwischen Infrarot-Heizstrahler und Infrarotheizung?
Was ist der Unterschied zwischen Infrarot-Heizstrahler und Infrarotheizung?
Grundsätzlich ist eine Infrarotheizung in der Anschaffung deutlich günstiger als eine Heizung mit Gas, bei den Betriebskosten lässt sich das allerdings nicht pauschal sagen. Der aktuelle Gaspreis liegt bei 12,3 Cent pro kWh. Eine Kilowattstunde Strom kostet aktuell 38,6 Cent. Das Heizen mit Strom ist auf lange Sicht nicht billiger als das Heizen mit Gas.
Für den Einsatz als Hauptheizung ist eine Gasheizung einer Infrarotheizung in den meisten Fällen vorzuziehen, wohingegen sich Infrarotpaneele als energiesparende Zusatzheizung auszahlen können.
Was verbraucht ein Infrarot-Heizstrahler?
Was verbraucht ein Infrarot-Heizstrahler?
Der Verbrauch ergibt sich wie bei jedem Elektrogerät aus Leistung mal Betriebsdauer. Im Außenbereich fällt er höher aus als bei einem Raumpaneel: Ein Heizstrahler wirkt nur, solange er läuft, weil die Wärme im Freien nicht in Oberflächen gespeichert wird. Ein thermostatgesteuertes Paneel im Innenraum schaltet dagegen ab, sobald die Solltemperatur erreicht ist.
Wie hoch ist der Verbrauch einer Infrarot-Fußbodenheizung?
Wie hoch ist der Verbrauch einer Infrarot-Fußbodenheizung?
Elektrische Heizmatten arbeiten mit typischerweise 120 bis 160 Watt je Quadratmeter. Der Gesamtverbrauch hängt von der beheizten Fläche und der Betriebsdauer ab und kann bei großflächiger Verlegung über dem eines einzelnen Wandpaneels liegen. Zu beachten ist, dass nicht jeder Bodenbelag für Heizmatten geeignet ist und das Bodenmaterial die Aufheizdauer beeinflusst. Eine Infrarotheizung an Wand oder Decke ist in der Regel einfacher nachzurüsten.
Wie berechnet man die Leistung einer Infrarot-Hallenheizung?
Wie berechnet man die Leistung einer Infrarot-Hallenheizung?
Für Hallen gelten andere Grundlagen als für Wohnräume: Hallenvolumen, Deckenhöhe, Dämmstandard der Hülle, Torflächen und die tatsächlich zu beheizende Aufenthaltsfläche gehen in die Berechnung ein. Bei großen Deckenhöhen wird häufig nicht der gesamte Raum, sondern nur die Aufenthaltszone beheizt. Die Auslegung übernimmt ein Fachbetrieb für Elektroheizungen.