Wärmepumpe oder Gasheizung: Vergleich der Heizsysteme
Zwei verschiedene Wärmequellen zur Beheizung von Gebäuden stehen heutzutage besonders im Fokus: Die moderne Wärmepumpe und die klassische Gasheizung. Doch wo liegen die Stärken und Schwächen beider Systeme? Und was lohnt sich mehr: Wärmepumpe oder Brennwertheizung? Oder ist es sinnvoll, eine Wärmepumpe mit einer Gasheizung zu kombinieren? Bosch stellt Ihnen die Heizsysteme vor.
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Egal, ob Gas oder Wärmepumpe: Beide Systeme dienen der Bereitstellung von Heizwärme und teils auch gleichzeitig der Warmwasserbereitung. Dabei funktionieren sie jedoch sehr unterschiedlich. Wärmepumpen nutzen Umweltenergie und Strom, um Wärme zu erzeugen. Bei Gasheizungen geschieht dies durch die Verbrennung des fossilen Rohstoffes Gas. Sie wandeln die darin enthaltene Energie in Wärme um. Hingegen erzielen Wärmepumpen einen Wirkungsgrad über 100 Prozent, da sie aus 1 kWh Strom etwa das Drei- bis Vierfache an Wärme liefern.
Zentrales Element einer Gasheizung ist der Brenner, in dem der Brennstoff Gas verfeuert wird. Besteht ein Wärmebedarf, so wird gezündet, etwa eine Sekunde später wird die Gasleitung kurz geöffnet und das Gas strömt ein, um dann verbrannt zu werden. Diese verspätete Öffnung ist ein wichtiges Sicherheitselement und verhindert das Einströmen von zu großen Gasmengen, welche eine Explosionsgefahr darstellen können. Die entstehende Wärmeenergie gibt der im Gasheizkessel verbaute Wärmetauscher an das Heizwasser ab, eine Umwälzpumpe befördert dieses dann in das Wärmeverteilsystem.
Eine Wärmepumpe stellt Heizenergie mithilfe eines Kältemittelkreislaufs bereit. Das Kältemittel nimmt die thermische Energie aus einer Umweltwärmequelle (Luft, Erde oder Wasser) auf und verdampft. Der erwärmte Dampf wird anschließend in die Wärmepumpe geleitet, wo ein Verdichter ihn unter Einsatz von elektrischem Strom komprimiert und somit Druck und Temperatur erhöht. Ein nachgeschalteter Wärmetauscher gibt die thermische Energie dann an den Heizkreislauf ab. Ein Entspannungsventil normalisiert im letzten Schritt den Druck des Kältemittels und der Kreislauf beginnt erneut.
Heizen mit Gas oder Wärmepumpe: Was ist die bessere Wahl?
Die Wärmepumpe hat die Gasheizung als beliebteste Heizungstechnologie in Deutschland überholt. Im ersten Halbjahr 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen installiert. Dieser Wandel ist nicht nur auf die gesetzlichen Vorgaben zurückzuführen, sondern auch auf die wirtschaftlichen Vorteile durch hohe staatliche Förderung und steigende CO2-Kosten für fossile Brennstoffe, die den Umstieg attraktiver denn je machen. Die Wärmepumpe gilt als zentrales Heizsystem der Zukunft. Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts, die ergab, dass Wärmepumpen und Fernwärme langfristig günstiger sind als das Heizen mit Gas. Entscheidend ist jedoch, sich bei der Wahl nicht von den anfänglichen Investitionskosten leiten zu lassen, sondern die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus zu betrachten.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Absatzzahlen und Marktanteile der Energieträger bis zum Jahr 2025:
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Wärmepumpe oder Gasheizung: Der direkte Vergleich
Bei der Entscheidung, ob Sie lieber mit Gas oder Wärmepumpe heizen möchten, sollten Sie dennoch die jeweiligen Vor- und Nachteile der Systeme kennen. Hier ist zunächst einmal der Anschaffungspreis zu nennen. Im Vergleich zu Wärmepumpen sind Gas-Brennwertthermen oder Gas-Brennwertkessel auf den ersten Blick die günstigere Wahl. Die Technologie ist seit Jahrzehnten etabliert, die Investitionskosten gering. Ein modernes Gerät kostet etwa zwischen 6.000 und 8.000 Euro, während Sie selbst für eine preiswerte Wärmepumpe oftmals einen fünfstelligen Betrag investieren müssen. Zudem sind Gasheizungen platzsparend, geräuscharm und unter idealen Bedingungen sehr effizient bei der Umwandlung Ihres Energieträgers.
Seit der GEG-Novelle vom 01.01.2024 werden fossile Gasheizungen, auch in hybrider Kombination, nicht mehr durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gefördert. Förderungen erhalten ausschließlich Systeme, die vollständig auf erneuerbare Energien setzen. Zudem müssen neu eingebaute Heizungen schrittweise mindestens 65 Prozent regenerative Energie nutzen. Reine Gasheizungen sind daher in Neubaugebieten nicht mehr zulässig. In Bestandsgebäuden gelten Übergangsfristen, abhängig von der kommunalen Wärmeplanung.
Wärmepumpen sind zwar teurer in der Anschaffung, können sich je nach Gebäudeeffizienz, Strompreisentwicklung und Jahresarbeitszahl (JAZ) jedoch nach etwa 10 bis 20 Jahren amortisieren. Bei Neubauten oder sanierten Altbauten kann die Amortisation schneller erfolgen. Der Wartungsaufwand ist ähnlich wie bei Gasheizungen, jedoch entfallen Schornsteinfegerkosten und die jährliche Abgasmessung. Wärmepumpen werden mit höheren Summen gefördert, bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten unter bestimmten Bedingungen sind möglich. Zudem unterliegen die Kosten für Heizstrom, den die Pumpe benötigt, in der Regel geringeren Schwankungen als die für Heizgas. Gas wird auch in Zukunft vor allem aufgrund der CO2-Bepreisung teurer. Je nach genutzter Umweltwärmequelle ist für eine Wärmepumpe eventuell eine Genehmigung erforderlich, etwa für Erdwärme- oder Grundwasserbohrungen, während eine Gasheizung lediglich einen Gasanschluss benötigt.
Ältere Bestandsgebäude
- Damit sich eine Wärmepumpe für einen Altbau optimal eignet, ist es gegebenenfalls nötig, die Heizflächen und die Dämmung zu sanieren. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch mit höheren Vorlauftemperaturen und ermöglichen den Betrieb mit bestehenden Heizkörpern.
- Für den reinen Heizungstausch im Bestand gelten großzügigere Förderregelungen. In machen Fällen bietet sich übergangsweise auch eine hybride Kombination mit Gas an, die seit 2024 jedoch nicht mehr gefördert wird.
Neubauten
- Der Dämmstandard wird bei neueren Gebäuden von Anfang an berücksichtigt und auf einen geringeren Wärmebedarf angepasst. Zudem werden regenerative Heizungssysteme großzügig gefördert gemäß Gebäudeenergiegesetz/GEG und BEG-Förderrichtlinien. Deshalb lohnt sich eine Wärmepumpe im Neubau heutzutage eher als eine Gasheizung.
- Beachten Sie jedoch: Die Neubauförderung wurde stark eingeschränkt. Neben einem Effizienzhaus-Standard wird auch eine Nachhaltigkeitszertifizierung voraussetzt.
Ebenfalls ein wichtiger Aspekt beim Vergleich Wärmepumpe vs. Gas ist die Umweltfreundlichkeit. Zwar erzeugen Gasheizungen etwa 20 Prozent weniger CO₂ als Ölheizungen, dennoch entstehen bei der Verbrennung fossiler Energieträger erhebliche Emissionen. Wärmepumpenheizungen hingegen nutzen regenerative Umweltwärme als Energiequelle. Mit Strom wird die Umweltwärme für die Heizung nutzbar gemacht. Lediglich der Einsatz von Strom wirkt sich auf die Umweltbilanz der Wärmepumpe aus. Wird die Wärmepumpenanlage mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien oder mit selbst erzeugtem Strom aus einer PV-Anlage betrieben, arbeitet sie nahezu CO₂-neutral im Betrieb und spart bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber einer Gasheizung ein.
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- Größtmögliche Zukunftssicherheit und Flexibilität bei der Wahl des Wärmeerzeugers
- Einfache und schnelle Heizungsumrüstung ohne Umbau der Heizanlage
- Erfüllt die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)**
*Optionale Umrüstungen: Jede Umrüstung erfordert den Kauf zusätzlicher Komponenten. Hybrid: sofort möglich; Wärmepumpe: ab 2026; Wasserstoff: ab 2029
**GEG-Konformität: Aktuell ist die Konformität mit dem Gebäudeenergiegesetz für die Betriebsarten Hybrid und Wärmepumpe gewährleistet.
Kostenvergleich: Wärmepumpe vs. Gasheizung
Die Nutzung von Wärmepumpe oder Gas unterscheidet sich vor allem hinsichtlich der Anschaffungskosten. Eine moderne Gasheizung ist bereits für 6.000 bis 8.000 Euro* erhältlich. Die Kosten für einen Gas-Brennwertkessel fallen geringer aus, wenn der Warmwasserspeicher integriert ist. Für eine Luftwärmepumpe zahlen Sie hingegen in der Regel 14.000 bis 15.000 Euro* zuzüglich Installationskosten. Die Kosten einer Erdwärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe belaufen sich je nach System oftmals auf bis zu 20.000 Euro*, da hier eine recht kostspielige Erschließung der Wärmequelle über Tiefenbohrungen erfolgen muss. Dennoch kann sich die Investition schnell lohnen. Betrachten Sie hierfür einmal die Betriebskosten beider Anlagen.
Als Faustregel gilt: Eine Wärmepumpe ist günstiger im Betrieb als eine Gasheizung, wenn das Verhältnis von Strompreis zu Gaspreis unter 3 liegt. Mit den aktuellen Preisen* ist dies in fast jedem Haus erfüllt, selbst bei Gebäuden mit Heizkörpern lohnt sich eine Wärmepumpe bereits wirtschaftlich. Der durchschnittliche Gaspreis pro Kilowattstunde Wärme beläuft sich derzeit auf rund 11 Cent*, wobei dieser aufgrund der CO₂-Bepreisung weiter steigen wird. Bei 55 €/t CO₂-Preis* und 20.000 kWh Gasverbrauch fallen zusätzlich Kosten von circa 220 Euro pro Jahr* an.
Günstiger Heizstrom mit speziellem Wärmepumpentarif kostet etwa 27 bis 32 Cent pro Kilowattstunde*, im Durchschnitt rund 10 bis 20 Prozent weniger als normaler Haushaltsstrom**. Zur Berechnung teilen Sie den Strompreis durch die Jahresarbeitszahl (JAZ), welche die Effizienz des Gerätes angibt. Ist der Quotient geringer als der Preis für Heizgas, sparen Sie mit der Wärmepumpe effektiv Heizkosten ein. Beispiel: 31 Cent/kWh ÷ JAZ 3,5 = 8,9 Cent/kWh (etwa 19 Prozent Ersparnis zu Gas 11 Cent/kWh*).
Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen bei guter Auslegung bereits eine JAZ von 3,5. Bei optimierten Systemen mit Vorlauftemperaturen unter 50°C verbessern sich die JAZ-Werte deutlich. Hinzu kommen geringere Wartungskosten sowie weitaus höhere Fördermöglichkeiten. Je höher der Wärmebedarf des Gebäudes ist, desto größer fällt die jährliche Kostenersparnis durch den Wechsel von Gas zur Wärmepumpe aus.
*Kostenhinweis: Alle genannten Preise (für Energie, CO₂ und Anschaffung) sind Richtwerte zur Orientierung. Die tatsächlichen Kosten können je nach Anbieter, Region und individuellen Gegebenheiten stark variieren. Für eine verbindliche Preisauskunft kontaktieren Sie bitte Ihren Energieversorger bzw. holen Sie sich ein konkretes Angebot von einem Fachbetrieb ein.
**Datenquelle: Die Angaben zur Strompreis-Differenz basieren auf Analysen des unabhängigen Vergleichsportals Verivox.
Gasbrennwertheizung mit Wärmepumpe kombinieren
Bei Heizungen unterscheidet man grundsätzlich zwei Betriebsarten: den monovalenten und den bivalenten Betrieb.
- Eine monovalente Heizanlage nutzt nur eine Energiequelle, um ein Haus zu beheizen – beispielsweise Gas oder die Außenluft.
- Eine bivalente Heizanlage bezieht ihre Wärme aus zwei unterschiedlichen Energiequellen. So lässt sich zum Beispiel eine Wärmepumpe mit Gasheizung zu einer Hybrid-Wärmepumpe zusammenschließen.
Bei einer Hybridheizung arbeiten beide Systeme im Verbund mit dem Ziel, noch effizienter Wärme für die Heizungsanlage und das Brauchwasser bereitzustellen. Dies ist möglich, weil Wärmepumpen bei milderen Temperaturen am effizientesten arbeiten, während Gasheizungen ihre Stärken bei hohem Wärmebedarf und niedrigen Außentemperaturen ausspielen. Werden nur niedrige Vorlauftemperaturen benötigt, etwa wenn es draußen noch milder ist, arbeitet die Wärmepumpe allein. Das reduziert die Heizkosten und verbessert die Umweltbilanz. Ist der Heizwärmebedarf im Winter jedoch höher, schaltet sich die Gasheizung unterstützend dazu, um mühelos die Bedarfsspitzen abzudecken.
Mit einer intelligenten Steuerung wird immer der vorteilhaftere Wärmeerzeuger angesteuert. Eine Hybridlösung kann sinnvoll sein, wenn eine funktionierende Gasheizung bereits vorhanden ist und als kostengünstiges Backup erhalten bleibt. Meist ist jedoch eine ausreichend dimensionierte Wärmepumpe, mit Pufferspeicher für Spitzenlasten, die zukunftssicherere und wirtschaftlichere Lösung.
Gas-Hybridsysteme werden nicht mehr durch die BEG gefördert, auch wenn die Wärmepumpe einen Großteil der Heizlast übernimmt. Förderfähig sind ausschließlich Anlagen, die vollständig auf erneuerbare Energien setzen, beispielsweise die Kombination einer Wärmepumpe mit Solarthermie oder Photovoltaik.
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FAQ zu Wärmepumpe oder Gas
Kann man eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Kann man eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen?
Die Umrüstung von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe ist in den meisten Gebäuden möglich. Der Aufwand hängt von den Gegebenheiten ab. Günstige Voraussetzungen sind etwa eine Flächenheizung, eine gute Gebäudedämmung und ausreichend Platz am Aufstellort. Zusätzlicher Aufwand kann nötig sein durch den Austausch kleiner Heizkörper gegen größere Heizflächen sowie eine Verbesserung der Dämmung. Wenn Sie Ihre alte Gasheizung gegen eine Hochtemperatur-Wärmepumpe tauschen, ist dies auch ohne Heizkörpertausch realisierbar. Die Kosten für das Umrüsten der Heizung von Gas auf Wärmepumpe werden staatlich bezuschusst. Eine individuelle Vor-Ort-Analyse durch einen Fachbetrieb klärt, welche Maßnahmen in Ihrem Fall erforderlich sind. Bosch berät Sie gerne bei Ihrem Vorhaben. Jetzt Installateur finden!
Ab wann lohnt sich eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung?
Ab wann lohnt sich eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung?
Ob Gas oder eine Wärmepumpe besser für Ihr Haus geeignet ist, ist meist eine Kostenfrage. Welche Technologie im Betrieb günstiger ist, kommt hauptsächlich auf das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis an. Wärmepumpen lohnen sich rein rechnerisch, wenn der Heizstrompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl günstiger ist als der Gaspreis. Hieraus lässt sich auch die Amortisationszeit des Systems berechnen, welche sich unter guten Bedingungen auf etwa 10 bis 20 Jahre beläuft. Unter Berücksichtigung steigender CO2-Preise und attraktiver Förderung ist die Wärmepumpe meist bereits heute die wirtschaftlichere Wahl.
Wie funktioniert eine Gas-Absorptionswärmepumpe?
Wie funktioniert eine Gas-Absorptionswärmepumpe?
Eine Gas-Absorptionswärmepumpefunktioniert ähnlich wie eine normale Wärmepumpe, sie kommt allerdings ohne Verdichtung aus. Auch hier nimmt das Kältemittel im ersten Schritt Umweltwärme auf und verdampft. Anschließend erfolgt jedoch keine Kompression, sondern dem Dampf wird ein Sorptionsmittel beigesetzt, welches das Gas aufnimmt und den Druck niedrig hält. Danach erhitzt ein Gasbrenner das Gemisch, wobei sich die beiden Komponenten wieder trennen. Der hochtemperierte Kältemitteldampf gibt anschließend seine Wärme an das zu beheizende System ab, kondensiert und der Kreislauf beginnt erneut.